Von der stationären Dreschmaschine (Dreschkasten) zum Mähdrescher
In Brakel und in den Dörfern betrieben Dampfmaschinen die ersten Dreschkästen. Zunächst sorgten allerdings Lokomobile für den Antrieb ab ca. 1870. Das war richtiger Aufwand: Zum Anheizen war notwendig: Stroh, Reisig, Holz und Kohle, zum anheizen Wasser. Bis zu 20 Arbeitskräfte, darunter Maschinisten, waren im Einsatz. Dreschlätze lagen außerhalb wegen der Brandgefahr. Die Staubentwicklung war enorm. Durch Umbau konnte die Maschine auch andere Produkte wie Raps usw. ausdreschen. Es gab vereinzelt auch schrecklich Unfälle mit der neuen Technik.
Aber große Verbreitung fanden die Dreschkästen erst um 1920, als fahrbare Geräte im Einsatz waren, von stationären Verbrennungsmotoren, Elektromotoren oder Traktoren wie dem Lanz-Bulldog angetrieben. Für das Arbeiten mit der Dreschmaschine, die Beschickung mit Garben, Absacken des Getreides, Abnehmen und Aufladen des Strohs etc. brauchte man etwa 10 Personen.
Die Garben mussten auf die Dreschmaschine gehoben werden. Dort wurden sie aufgeschnitten und der Maschine zugeführt. In Säcke wurde das Korn gefüllt, Die vollen Säcke mussten weggenommen werden und später auf die Bühne gebracht werden. Das Stroh musste erneut gebündelt werden. Das Reinigen war aufwändig: Spreu und Kaff (Grannen, Ähren- und Rispenteile etc.) wurden abgetrennt. . .
Eine einzige Dreschmaschine (von Lohnunternehmen oder als Dreschgenossenschaft) versorgte teilweise einen ganzen Ort. Sie wurde jeweils an den erntenden Bauer vermietet und war im Sommer und Herbst pausenlos im Einsatz. Neben der Ausschachtung gab es auch Standorte wie im Bereich Bohlenweg (Fa. Mönnikes).
Das Göpel-Dreschen war eine frühe Form des Dreschens von ca. 1860 bis um 1920. Die stationären Dreschmaschinen wurde angetrieben durch 2 bis 4 Pferde. Bis zu 1000 Bunde am Tag konnten so verarbeitet werden.
In den 1950/60er Jahren kamen die Selbstfahrer-Mähdrescher zu Einsatz. Ab 1953 wurde die Maschine auch in Deutschland gebaut. Bereits ab 40 ha Getreidefläche lohnte sich ein eigener Drescher.
Und so gehörten die Mähdrescher zur Eigenmechanisierung vieler Betriebe. Erst in den 1980 er Jahren setzten sich die großen leistungsfähigeren Maschinen durch. Der Class-Dominator, Gigant usw. gehörte auf die größeren Betriebe. Moderne Mähdrescher (2016) haben ein 12 m- Schneidwerk, schaffen 4 ha je Stunde und 350-600 PS, ein Gummi-Raupenlaufwerk und Bordcomputer.
Oldtimer-Clubs wie in Hohenwepel, Borgholz oder Eichholz u. a. pflegen die Tradition der alten Maschinen.

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